Wien, 1. Feber 2009
1. Club-Dialog: "One Health − One Medicine"
Event-pic Förderung und Erhaltung von Gesundheit beginnen bei Ökologie und setzen sich fort über die Bereitstellung von Ressourcen sowie Wasser- und Lebensmittelsicherheit. Tiergesundheit und die Vermeidung von Zoonosen rücken die Veterinärmedizin zunehmend ins Licht von Public Health und bedingen enge Kooperationen mit der Humanmedizin, einem Bereich, der hier ausnahmsweise erst "am Ende" der Nahrungskette sowie des Konzepts von "One Health − One Medicine" steht.
Der erste Club−Dialog dieses Mentoring−Wochenendes widmet sich diesem systemischen Konzept mit ganzheitlichem Zugang. Die unterschiedlichen Perspektiven der medizinischen Professionen sollen aufgezeigt und erörtert sowie die Brücken zwischen Veterinär− und Humanmedizin in diesem Dialog geschlagen werden, dienen sie
Event-picdoch einem gemeinsamen Ziel " dem Wohlbefinden aller.

Dialog-PartnerInnen:
  • Dr. Walter Winding, President of the Federation of Veterinarians of Europe (nominiert von der Österreichischen Tierärztekammer)

  • Prof. Dr. Erika Jensen−Jarolim, Med. Universität Wien, Leiterin des Instituts für Pathophysiologie (nominiert von der AGES)
Moderation des Dialoges: Mag. Johannes Zsifkovits (Mentee 2008/09)

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Wien, 2. Feber 2009
Kommentar einer teilnehmenden Mentee
"Von One Health zu One Medicine". So beschreibt Dr. Walter Winding, President of the Federation of Veterinarians of Europe, den Weg, den es zu beschreiten gilt. Anders tut es Frau Prof. Dr. Erika Jensen−Jarolim, Leiterin des Instituts für Pathophysiologie an der medizinischen Universität Wien und Mitglied des Universitätsrats der Veterinärmedizinischen Universität. Laut ihr ist eines der Ziele, mit Österreich an der Sperrspitze der Forschung für Comparative Medicine als Vorbild voranzuschreiten.

So weist Dr. Winding darauf hin, dass für One Medicine erst einmal ein Bewusstsein für One Health geweckt werden muss: wo an in der Veterinärmedizin seit Jahren ein Bewusstsein für One Health besteht, ist für die meisten Humanmediziner aber auch anderen Health Professionen selbst der Begriff noch gänzlich unbekannt, was durch eine Frage-Runde vorab an das Publikum lebhaft unterstrichen wurde.

Frau Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim betonte, dass das Augenmerk bei One Medicine nicht aus pekuniären Gründen nur auf humanen Marktprodukten liegen sollte. Durch Pharmaentwicklung für den Veterinärbereich könnte gleichzeitig ein enorm großer Wissens− und Finanzieller Profit für beide Bereiche erzielen werden. Sie selbst zeigt mit der Gründung des Vereins "ROTE PFOTE − Krebsforschung für das Tier" die Möglichkeiten dafür auf.

Als Fazit wurde genannt, dass es sowohl der Kooperation, als auch der Koordination der Gebiete Veterinär- und Humanmedizin bedarf, dies nach Möglichkeit in strukturgebender Form eines Interdisziplinären Lehrstuhls, bei dem es gelang ihn in den Organisationsplan beider Universitäten zu verankern und somit ab 2010 Realität werden zu lassen.

Anna Blodig